Premiere am 8. Oktober
Vom Laienspiel zum Profitheater
Liebe Leserinnen und Leser, viel gibt es noch nicht zu berichten, aber hier halten wir Sie über alles auf dem Laufenden, was es im Zusammenhang mit Kluftingers "Theaterkarriere" zu vermelden gibt. Einstweilen müssen die offizielle Pressemitteilung und der Bericht der Allgäuer Zeitung über die Pressekonferenz zur Dramatisierung von "Rauhnacht" genügen.
Immerhin: Auch wenn der Termin für die Premiere am Landestheater Schwaben in Memmingen noch nicht feststeht, so kann doch bereits Karten vorbestellen... Die Telefonnummer lautet: 08331/9459-16
Pressemitteilung vom Landestheater Schwaben
Wir eröffnen die Spielzeit 2010 / 2011 im großen Haus mit der Theaterfassung des Romans. Das ist ein Leckerbissen für tausende Fans in ganz Deutschland, die ihren Helden jetzt erstmal leibhaftig auf einer Bühne erleben können. Parallel zu diesem besonderen Ereignis wird auch der Neubau des Landestheaters Schwaben in Memmingen eingeweiht.
Und darum geht´s:
Kommissar Kluftinger freut sich auf ein Wochenende hoch oben in den Allgäuer Alpen. Die Hotelmanagerin Claudia König hat ihn eingeladen, weil er ihr im letzten Sommer das Leben rettete. Auf geht´s also und in bester Stimmung, wäre da nicht der Altusrieder Arzt Martin Langhammer an seiner Seite, dessen aufgekratzte Fröhlichkeit und Wichtigtuerei zur nervtötenden Dauerbelastung wird. Doch auf Kluftinger warten noch ganz andere Bewährungsproben. Nicht genug damit, dass er in einem für die Hotelgäste arrangierten Event sein schauspielerisches und kriminalistisches Talent unter Beweis stellen muss, wird aus dem Spaß bitterer Ernst.
Alle Lichter erlöschen plötzlich, ein Schrei gellt durch die Nacht...
Und die Silvesterfeier wird zum Albtraum. Eingeschneit, abgeschnitten von der Außenwelt gleicht das Hotel jetzt einem Gefängnis. Und jeden Augenblick kann ein zweiter Mord geschehen. Humorvoll, spannend und atmosphärisch stark wie alle Romane aus der Feder von Volker Klüpfel und Michael Kobr präsentiert sich auch dieses Theaterstück rund um den beliebten, bärbeißigen Kommissars.
Oben das Video zur Pressekonferenz.
Zur Homepage des Landestheaters geht es hier: www.landestheater-schwaben.de
Die Bayerische Staatszeitung über das Projekt
Kluftinger ermittelt bald auf der Bühne
Von Freddy Schissler
Fünf Jahre ist es her, als Michael Kobr und Volker Klüpfel zur Vorstellung ihres ersten Krimis luden. Der Ort war ein kleiner Buchladen in Memmingen, und dass dort mit Müh und Not 30 Klappstühle aufgestellt werden konnten, war nicht weiter tragisch. Denn mehr Besucher kamen nicht, um Passagen aus „Milchgeld“ zu hören.
Die Zeiten ändern sich. Wie schnell in diesem speziellen Fall, wundert allerdings selbst die Buchautoren. Ein paar Zahlen und Fakten: Zu einer Lesung kommen inzwischen mehrere hundert Zuhörer, die Vorstellung des aktuellen Bandes mit dem Titel „Rauhnacht“ findet am 6. Oktober (20 Uhr) im Circus Krone in München vor 2000 Besuchern statt (es gibt nur noch wenige Karten). Der von ihnen erfundene Kommissar Kluftinger aus dem Allgäu ist Kult, begeistert eine Leserschar in Millionenhöhe und führt momentan die Spiegel-Bestsellerliste an. Unlängst strahlte das Bayerische Fernsehen die Verfilmung des zweiten Kluftinger Bandes „Erntedank“ mit Herbert Knaupp als Kommissar aus und freute sich über eine Traumquote – 2,37 Millionen Zuschauer bedeuteten einen Marktanteil von 28,1 Prozent.
Nun soll dieser Kluftinger auch auf die Bühne kommen. Das Landestheater Schwaben (LTS) mit Sitz in Memmingen wird die Spielsaison 2010/11 mit einem Theaterstück nach Vorlage des Romans „Rauhnacht“ eröffnen. „Der Text ist witzig, spannend, intelligent“, sagt LTS-Intendant Walter Weyers, der selbst Regie führen wird, „die Top-Autoren sind aus der Gegend hier und ich bin ein ausgesprochener Krimifan.“ Da liege es schließlich auf der Hand, dass sich „sein“ Theater des Kluftinger-Stoffes annimmt. Oder anders ausgedrückt: „Wir wären als Theater doch bekloppt, wenn wir das nicht umsetzen.“
Ein Besucheransturm zu den Aufführungen im dann rundum erneuerten Memminger Theater dürfte ihm jetzt schon gewiss sein, ebenso ein überregionales Medieninteresse. Denn was sich rund um den behäbigen bayerischen Kriminaler bundesweit abspielt, grenzt an Hysterie. Jüngstes Beispiel: Die Klufti-Fans gehen auf der Homepage der Buchautoren nach der Verfilmung auf die Barrikaden, Motto: Was haben diese Filmleute nur aus „ihrem geliebten Kluftinger“ gemacht. Den jedenfalls haben sie sich offenbar in der Fantasie ganz anders ausgemalt.
Ob solche Reaktionen auch einen Theaterregisseur beeinflussen? „Nein“, sagt Walter Weyers, aber er wisse wohl, dass eine große Aufgabe auf ihn warte. Schon jetzt machen sich die ersten Ideen in seinem Kopf breit. Schon jetzt setzt er sich intensiv mit dem Protagonisten der Klüpfel/Kobr-Bücher auseinander. Der Intendant hat zudem die Entscheidung getroffen, wer aus seinem Ensemble in die Rolle des Kommissars schlüpfen wird: Andre Stuchlik, dienstältester Schauspieler am Landestheater Schwaben. „Den lieben die Leute“, betont Weyers. Der passe wie das Tüpfelchen aufs I.
Nach Tannöd von Andrea Maria Schenkel also ein weiterer Kriminalroman, der auf die Bühne gebracht wird. Dass er nur einem Trend folgen wolle, verneint Walter Weyers entschieden. Schließlich habe er seit Jahren jenes Ziel im Visier, bewusst gegen den Strich zu bürsten. Zum Beispiel mit Stücken rund um Randgruppen wie Straffällige, arbeitslose Jugendliche oder psychisch Kranken. Weyers: „Mich hat alleine die Qualität der Bücher überzeugt“. Wie bei diesen Krimis ironisch, spielerisch leicht und kritisch zugleich mit den Erscheinungen der modernen Zeit umgegangen wird, sagt der LTS-Intendant, das vor allem hätte ihn überzeugt. An der Figur des Kommissars zu feilen, diesem Muhackel und altmodischen, aber klugen und weisen Menschen, sei eine ganz besondere Herausforderung für ihn. „Und eine Ehre zugleich“. Was die Autoren zur Bühnebearbeitung ihres Romans sagen? „Das ist eine tolle Sache, wir freuen uns sehr auf die Premiere.“ Als sie um einen Rat gebeten wurden, welches ihrer fünf Krimis auf die Bühne soll, war für sie sofort klar: „Das aktuelle Buch Rauhnacht ist geradezu prädestiniert dafür.“
Die AZ über die Pressekonferenz
Kluftinger kommt jetzt auch auf die Bühne
Landestheater Schwaben plant Inszenierung für Herbst 2010 Intendant Walter Weyers schreibt das Stück, André Stuchlik spielt den Kommissar
Memmingen l kpm l Vor kurzem avancierte Kommissar Kluftinger zur Filmfigur. Nun wird die kauzige Romanfigur des Autorenduos Klüpfel/Kobr auch die Bühne erobern. Das Landestheater Schwaben (LTS) inszeniert die neueste Folge „Rauhnacht“ im Herbst 2010.
Intendant Walter Weyers selbst hatte – beim Plausch mit den Autoren – die Idee, aus der Romanvorlage ein Bühnenstück zu machen. Er höchstpersönlich wird auch die Dramatisierung des Stoffes übernehmen. Wer den Kluftinger darstellen wird, ist ebenfalls klar: der erfahrene LTS-Schauspieler André Stuchlik. „Ihn kann ich mir sehr gut als Kluftinger vorstellen“, sagt Weyers.
Wann genau die Premiere des Neun-Personen-Stücks gefeiert wird, ist noch offen. Sicher ist aber, dass es die Spielzeit 2010/2011 eröffnet wird – und gleichzeitig das dann fertiggestellte neue Landestheater-Gebäude. „Etwas Besseres hätte uns nicht passieren können“, meint denn auch Weyers. Das sei ein „Geschenk für das Theater.“
Aber die Kluftiger-Adaption passt nicht nur terminlich. Das Landestheater rechnet sich ein großes Interesse seitens des Publikums und auch seitens deutscher Theater aus. Schließlich sind die Bücher – wie Weyers sagt – „super-populär“. Viele ausverkaufte Vorstellungen und Gastspiele in ganz Deutschland könnten die Folge sein. Schon sind die ersten Kartenwünsche im LTS eingegangen. Gleichzeitig warnt Weyers: „Das Stück wird nur dann ein Erfolg, wenn es auch gut ist.“
André Stuchlik arbeitet schon daran, die Hauptfigur bestens darzustellen. Er hat sich die fünf Kluftinger-Romane besorgt und liest sie der Reihe nach durch. „Ich bin zum Krimi-Fan geworden“, sagt er. Die Figur Kluftinger findet er „sehr authentisch und wahnsinnig plausibel“. Eines allerdings wird das Publikum nicht erleben: Stuchlik alias Kluftinger wird keine Allgäuer Mundart sprechen. Weyers: „Wenn ein Dialekt nicht ganz authentisch ist, darf man ihn nicht auf die Bühne bringen.“
Wer Karten für die Kluftinger-Premiere reservieren will, kann dies unter Telefon 08331/9459-16 tun.
Klaus-Peter Mayr schreibt dazu in einem Kommentar derselben Ausgabe:
Den richtigen Ton getroffen
Es ist einfach unglaublich, welchen Erfolg Volker Klüpfel und Michael Kobr mit ihrem „Kluftinger“ haben. Der Allgäu-Krimi kommt nicht nur bei uns gut an. Ganz Deutschland amüsiert sich über die wunderbar stimmige Figur und die Geschichten drumherum, über die schrägen Gestalten und die absurden Situationen. Morde und ihre Klärung sind – wie so oft bei Krimis – nur Nebensache. Keine Frage, die beiden Autoren haben den richtigen (Allgäuer) Ton getroffen.
Ihre Bücher erreichen mittlerweile ein Riesen-Publikum. Der jüngste Krimi „Rauhnacht“ hat es bei der Spiegel-Bestsellerliste auf Anhieb auf Platz eins geschafft. Und auch bei ihren kabarettartigen Lesungen wie jetzt in München kommen Klüpfel und Kobr bestens an.
Da wundert es fast schon, dass das Landestheater Schwaben in Memmingen erst jetzt die Idee hatte, den kauzigen Kommissar auf die Bühne zu bringen. Eigentlich logisch, dass sich ein Allgäuer Theater dieses Allgäuer Stoffes annehmen muss. Dem finanziell angeschlagenen Landestheater kann dies nicht nur einen großen Imagegewinn bringen, sondern auch Geld in die Kasse spülen – falls das Stück es den Büchern nachmacht und so vielen Menschen gefällt.
Ob das Landestheater diesen Erfolg haben wird, hängt ganz davon ab, wie gut Walter Weyers den Ton treffen wird. Wie schwer das ist, zeigt der eben gesendete Kluftinger-Spielfilm. Den fanden viele Fans gar nicht so toll ...
