Verleihung der Altusrieder Bürgermedaille in Gold


Am 18. April wurde dem Autorenduo die Bürgermedaille in Gold der Marktgemeinde Altusried verliehen. Hier die Rede von Bürgermeister Heribert Kammel:

Bürgermeister Kammel mit den Geehrten.

Lieber Volker Klüpfel, lieber Michael Kobr,liebe Gäste, meine sehr geehrten Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Altbürgermeister Rausch,

ich möchte Ihnen zu Beginn kurz eine Szene schildern, die meine Frau und ich letztes Jahr in unserem Urlaub auf Lanzarote erlebten:

Wir verlassen gerade unsere Ferienwohnung und stellen fest, dass wir über Nacht neue Nachbarn bekommen haben. Da wir freundliche Menschen sind und auch nicht auf den ersten Blick erkennen welcher Nationalität die Neuen angehören, grüßen wir also auf Englisch.

Nach einigen mehr oder weniger gebrochenen Sätzen erkennen wir alle, dass es sinnvoller ist sich auf Deutsch zu unterhalten, zumal das unser aller Heimatsprache ist. Kluftinger würde sagen: Primel. Schnell wird klar, dass unsere Nachbarn eher jenseits des Mains zuhause sind. Genauer gesagt aus Berlin und Frankfurt. Freundlicherweise fragen die 3 Neuen auch nach unserer Heimatregion.

Wir antworteten, dass wir aus dem Allgäu, genauer gesagt aus Altusried kommen. Bei ähnlichen früheren Begebenheiten wurde dann schon mal nachgefragt, ob das Allgäu näher bei München oder bei Stuttgart liegt.

Die Reaktion im vergangenen Jahr war eine ganz andere und für uns in dieser Deutlichkeit auch eine überraschende, nämlich: „Was, Sie kommen aus Altusried, da kennen Sie doch bestimmt den Kluftinger?“


Die Dankesrede der Autoren: Kobr ganz schön alt...

Wohlgemerkt uns standen in einem fernen Land deutsche Großstädter gegenüber. Und die erkundigen sich sozusagen nach unserem Nachbarn in unserer Heimatgemeinde.

Natürlich blieb es während unseres Urlaubs nicht bei diesem Gespräch und wir erfuhren, dass die Neuen wahre Kluftinger-Fans sind, die jedes Buch gelesen haben und sogar schon einmal eine Lesung der beiden Autoren miterlebt haben. Sie wollen auch unbedingt einmal nach Altusried kommen, nach Spuren dieses originellen Kommissars suchen und nicht zuletzt unsere wunderschöne Landschaft erkunden.

Von einigen Altusriedern weiß ich, dass sie ähnliche Erlebnisse hatten und diesen ging es genauso wie uns: Es ist einfach ein gutes Gefühl als Altusrieder quasi in jeder Hinsicht positiv besetzt zu sein.


... und Klüpfel ganz schön jung.

Dieses Positivum erfahren wir in einem Umkreis von ca. 200 km, nicht zuletzt durch unsere Freilichtbühne, aber bundesweit vor allen Dingen durch eine Romanfigur, die in den vergangen 9 Jahren eine atemberaubende Karriere gemacht hat und in wenigen Tagen, nicht nur ihre ganz besondere Art sondern auch das Allgäu und Altusried in die Wohnzimmer Deutschlands und damit zu vielen Millionen Menschen tragen wird.

Ich spreche von der Verfilmung des Buches „Milchgeld“, die am 26. April zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird und die Sie heute als Altusrieder Vorpremiere sehen werden.

Meine Damen und Herren, bisher habe ich nur von einem virtuellen Allgäuer Ermittler gesprochen, von dem nicht einmal der ersten Vornamen zur Gänze bekannt ist, wobei aber die Kenner unter Ihnen sicherlich zumindest den Anfangsbuchstaben und den zweiten Vornamen unseres Kluftinger wissen.


Altusried heißt ab jetzt anders...

Worüber ich jetzt reden möchte sind die Väter unseres Krimihelden. Eigentlich verwundert es nicht wirklich, dass ein solch spannender und außergewöhnlicher Typ wie der Kluftinger und seine Fälle, nicht nur aus einem Allgäuer Kopf sondern gleich aus zweien entsprungen ist.

Die Rede ist von dem Oberallgäuer Volker Klüpfel und dem inzwischen Unterallgäuer Michael Kobr.

Viele Fragen ranken sich um dieses Autorenduo:
Wer kam als erster auf die Idee einen Allgäukrimi zu verfassen?
Wie funktioniert es zu zweit ein Buch zu schreiben?
Wann kommt das nächste Buch heraus und wie heißt es? usw., usw.

Fragen, die ich nicht beantworten kann. Was aber allgemein bekannt ist, und von mir auch beantwortet werden kann, ist folgendes: Dem Erstlingswerk Milchgeld, welches seit seinem Erscheinen im Jahr 2003 bis jetzt fast eine Million mal verkauft und jetzt verfilmt wurde, folgten bis heute fünf weitere Kriminalromane, nämlich Erntedank, Seegrund, Laienspiel, Rauhnacht und zuletzt Schutzpatron. Sämtliche Romane stürmten die deutschen Bestsellerlisten und die beiden Autoren wurden mit vielen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.


Und auch das Ortswappen sieht nun anders aus.

So erhielten sie im Jahre 2005 den Bayerischen Kunstförderpreis. Im Jahre 2008 und 2009 wurde ihnen der Krimipreis des Deutschen Buchhandels für die Romane „Seegrund“ und „Laienspiel“ überreicht. Ebenfalls im Jahre 2008 wurde ihnen der Memminger Kulturpreis und der renommierte Internationale Buchpreis Corine für „Laienspiel“ zugesprochen. Den Kulturpreis Bayern für herausragendes künstlerisches Wirken (übrigens in Form eines Gedankenblitzes) erhielten Volker Klüpfel und Michael Kobr im Jahre 2011. Daneben wurde Kluftinger von vielen tausend Lesern auf amazon.de zum beliebtesten deutschen Krimihelden gewählt und wurde die Verfilmung von Erntedank mit dem europäischen Filmpreis „Prix Circom“ ausgezeichnet. Herbert Knaup erhielt im Jahre 2010 für die Darstellung des Kluftinger den Bayerischen Fernsehpreis.

Weiter ist bekannt:
Aus der ersten Lesung in einer kleinen Memminger Buchhandlung, die vor allen Dingen von Verwandten und Freunden, ich habe mir sagen lassen das es etwa 20 Personen waren, besucht wurde, sind inzwischen jährlich ca. 100 Lese-Events geworden, die egal ob sie in Großstädten wie Hamburg und München oder zum Beispiel Kempten stattfinden, nicht nur sehr schnell ausverkauft sind sondern den Besuchern auch ein unvergessliches Erlebnis bleibt.

Volker Klüpfel und Michael Kobr begeistern dabei ihre vielen tausend Zuhörer mit einer ganz besonderen und einzigartigen Mischung von Lesung, Theater und Show, die man einfach gesehen und gehört haben muss. Diesbezüglich freue ich mich natürlich sehr, dass das derzeit letzte Klüpfel/Kobr Buch „Der Schutzpatron“ auf unserer Altusrieder Freilichtbühne vor weit mehr als 2.000 Zuhörern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.


Meine Damen und Herren, liebe Altusriederinnen und Altusrieder was unserem Gemeinderat und mir besonders wichtig erscheint, ist die Tatsache, dass trotz dieser rasanten, vor allen Dingen auch für die Autoren überraschenden und überwältigenden Entwicklung mit der einhergehenden großen Bekanntheit die beiden Schriftsteller dennoch nicht abgehoben haben. Sie stehen zu ihren Wurzeln, sie stehen zum Allgäu und sie stehen zu Altusried. Diese Einstellung haben sie nicht nur privat und bringen sie nicht nur in ihren Kluftinger-Romanen sondern auch bei ihren vielen öffentlichen Auftritten und in sämtlichen Medien immer wieder zum Ausdruck.

Durch das Wirken von Volker Klüpfel und Michael Kobr erreichte Altusried einen sehr hohen, durchweg positiven Bekanntheitsgrad, den man auch durch den Einsatz von noch so vielen und noch so teuren Marketingmaßnahmen in dieser Form nicht erreichen kann.

Sie, Herr Klüpfel, und Sie, Herr Kobr, sind ebenso wie ihre Romanfiguren durchaus sympathische Botschafter unserer schönen Gemeinde in einer wunderbaren Region, namens Allgäu.
Sie haben sich dadurch auf eine ganz besondere Art und Weise außerordentlich um den Markt Altusried und das Gemeinwohl unserer Gemeinde verdient gemacht.

Der Gemeinderat des Marktes Altusried hat im Oktober 1972 die Ehrung verdienter Bürger durch eine Bürgermedaille beschlossen.

Diese Medaille wird in der Ausführung Bronze, Silber und Gold verliehen, wobei die Bürgermedaille in Gold nur an maximal 10 lebende Personen vergeben wird und es dazu jeweils eines gesonderten Gemeinderatsbeschlusses bedarf.

Sehr geehrter Herr Klüpfel, sehr geehrter Herr Kobr,
lieber Volker, lieber Michi,
es ist mir als Bürgermeister des Marktes Altusried eine große Ehre und Freude Ihnen die hohe Auszeichnung der Bürgermedaille in Gold zu verleihen. Ich gratuliere Ihnen hierzu von ganzem Herzen und bedanke mich im Namen aller Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde für Ihr Wirken.
Natürlich hoffen wir Altusrieder, dass A. Ignatius Kluftinger noch viele Fälle zu lösen hat und auch künftig viele, viele Leser zu uns führt. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles erdenklich Gute, Schaffenskraft und vor allen Dingen Gesundheitt. Alles Gute!

Für alle, die durchhielten, gab's im Anschluss den Film "Milchgeld".