Großer Kulturpreis der Rupert-Gabler-Stiftung


Im November 2013 bekam das Autorenduo den Großen Kulturpreis der Rupert-Gabler-Stiftung verliehen. Hier die Begründung des Stiftungsrates:

 

Die Rupert Gabler der Stiftung ehrt die beiden Autoren für ihr literarisches Schaffen. Mit der Kultfigur des knorrigen Kommissars Kluftinger erfanden Sie eine Allgäu Integrationsfigur, die das kleine Land vor und in den Bergen weit über die regionalen Grenzen bekannt machte.

"Zum Wohle seiner Heimat"

Mit der Strahlkraft des Altusrieder Original-Ermittlers und seinen außergewöhnlichen Fällen, bildete sich eine nationale Fangemeinde, die nach dem letzten erschienenen Buch bereits auf das nächste fiebert. Die Spur seiner kriminalistischen Arbeit zieht sich durch die ganze Region. Er prägt nicht nur die Wahrnehmung des Allgäus, sondern hat sich die Sympathie von Millionen Lesern erobert – zum Wohle seiner Heimat.


Die Verleihung fand im Landestheater Schwaben in Memmingen statt.

Das Autorenduo mit den Preisstiftern Nicola von Jenisch Päffgen und Stefan Gabler. Die 10.000 Euro spenden die beiden Autoren für den Bunten Kreis Allgäu e.V.

Laudatio - "freuen geht"


Die Laudatio hielt der Intendant des Landestheaters Schwaben, Walter Weyers. Hier die Rede im Wortlaut:

Lieber Volker, lieber Michael,
es ist auf erfreuliche Weise nicht einfach, etwas über euch zu sagen, weil ihr so vielseitig seid. Als Privatpersonen, als Autoren, als Literaturcomedians. Kann man das überhaupt trennen? Ja, richtig, stimmt, ist ´ne rhetorische Frage.

Die Antwort lautet selbstverständlich: Nö, kann man nicht, ihr seid alles in allem ein Gesamtkunstwerk. Als Mensch, der sich euch verbunden fühlt, mag ich euch nicht loben. Wofür denn? Begabung ist ein Gottesgeschenk, dafür kann man nichts.

Aber freuen geht.

Darüber nämlich, dass ich euch kennengelernt habe, eure Warmherzigkeit, euren mal fröhlich-dreisten, mal bukolisch-verschmitzten Humor (jetzt bitte nicht schief grinsen oder süffisant lächeln oder so, ich kenne ja euren Hang zur Selbstironie), euren kritischen, wachen Verstand, eure Beobachtungschärfe, euer gekonntes Under-statement, eure wohltuende Distanz und fühlbare Nähe, euren erfinderischen Geist.

Und bewundern.

Dafür, wie all diese Eigenschaften in euren literarischen Texten ebenso zum Ausdruck kommen wie in euren Bühnenauftritten. Wie sie zum künstlerischen Ausdruck werden. Wie sie die Figuren eurer Romane prägen und gleichermaßen ihren sozusagen musikalisch-kompositorischen Niederschlag finden im Stil.

Corporate identity.

Kein Wunder, dass eure Erzählungen nicht nur spannend, amüsant und unterhaltsam sind, sondern vor allem auch poetisch. Weil darin ein ganz bestimmtes In-der-Welt-Sein aufblitzt, etwas Tröstendes und zutiefst Einnehmendes. Und wenn ihr so auf der Szene vor uns auftaucht, wie beiläufig vorbeischauend, habt ihr etwas von weltläufigen Flaneuren, die uns, quasi im Vorbeigehen, mit ihren launisch-kurzweiligen Einlassungen kurz und unangestrengt mal darüber aufklären, was die Welt im Innersten zusammenhält: das tröstliche Gelächter, das den ganzen rätselhaften Kosmos irgendwie durchdringt.

Ach ja, richtig, und ihr seid ja mit Leib und Seele Allgäuer. Schön, dass ihr noch eine Herkunft habt. Noch so ein Geschenk. Haben nicht mehr viele, ist nicht mehr so „angesagt“.


Aber, halt, Moment mal!

Dafür muss man dann schon noch was tun. Nämlich dazu stehen! Sonst bringt es nichts. Kann man auch von euch lernen. Oder von Kommissar Kluftinger. Was ja offensichtlich zusammenhängt. Wahrhaftig, Botschafter für das Allgäu seid ihr, und was für welche! Aber eben auch Botschafter für eine andere Wirklichkeit,  jenseits vom stählenden Dauermarathon der Leistungswettbewerber, Botschafter eines Bezirks des Seins, in dem der Mensch noch ganz Mensch sein darf. Kein Wunder, dass das überall verstanden wird.

Mögen die Herren Kluftinger und Langhammer, Kobr und Klüpfel noch ganz oft am Ende bestandener Abenteuer dem Allgäuer Sonnenuntergang entgegenziehen, um uns wehmütig und in melancholisch gestimmter Heiterkeit erwartungsvoll zurückzulassen.