Eine Auswahl an Fragen, die uns immer wieder gestellt werden, und die wir hier deswegen gesammelt beantworten.



Wie lautet eigentlich Kluftingers Vorname?

Steht der denn in keinem der Bücher? Hm, wir werden doch nicht vergessen haben, den reinzuschreiben...?


Was halten Sie von den Verfilmungen? Hatten Sie ein Mitspracherecht?

Uns haben sie gut gefallen, aber wir respektieren die kritischen Anmerkungen der Leser. Was die Rechte betrifft: Die liegen in der Regel - so auch bei uns - beim Verlag. Die vielen Filme, die in den Köpfen der Leser existieren, werden niemals in einer Verfilmung umgesetzt werden können. Eine detailliertere Stellungnahme von uns finden Sie Opens internal link in current windowhier


Sind die Hörbuch-Versionen der Bücher gekürzt?

Ja, die meisten Bücher gibt es nur in einer gekürzten Version als Hörbuch. Diese Entscheidung haben die jeweiligen Produktionsfirmen der Hör-CDs getroffen. Schutzpatron gibt es ungekürzt von Herbert Knaup gelesen; die weiteren Bücher werden ebenfalls ungekürzt erscheinen. Möglicherweise werden dann auch die alten Bücher noch einmal ungekürzt neu aufglegt.



Wie lange kennen Sie sich schon?

Wir kennen uns schon seit der Schulzeit, sind so etwas wie Jugendfreunde.


Die Idee zu „Milchgeld“ entstand während einer Autobahnfahrt im Jahr 2000 von der Expo zurück ins Allgäu. Warum wurde das Buch erst Jahre später geschrieben?

Wie das so ist mit Ideen: Man beschließt etwas und das versinkt dann für Jahre in der Versenkung. Zwar hat Michael Kobr während seines Staatsexamens in Germanistik und Romanistik schon ein paar Seiten Kluftinger geschrieben, auch die „ruhten“ dann in der Schublade, bis unser erster Verlag auf uns zukam und fragte, ob wir Interesse hätten, einen Kriminalroman zu schreiben.


Woher hatten Sie die Inspiration zur Figur des Kommissar Kluftinger? Vielleicht von Personen aus dem Bekanntenkreis?

Nein, das ist wirklich pure Fiktion.


Wie schreibt man zu zweit ein Buch?

Man bespricht gemeinsam die Szenen, streitet oft darüber, dann geht jeder zu sich nach Hause und schreibt. Anschließend schicken wir uns die Szenen zu und korrigieren sie gegenseitig – dann entsteht eine Mischung, die in unserem Fall offenbar den Nerv der Leser trifft.


Was für Erwartungen hatten Sie selbst an „Milchgeld“?

Nun ja, als wir die ersten Bücher in Händen hielten, sagte Volker wörtlich: „Die werden wie Blei in den Regalen liegen!“ Michael war da etwas optimistischer: 1000 Stück würden schon verkauft werden. Mittlerweile wurden knapp eine Million Exemplare daraus. So ein Erfolg ist nicht planbar, das hofft man nicht einmal. Das ist eher ein „Märchen aus der Provinz“. Jeden Tag versuchen unzählige Autoren Manuskripte an den Mann zu bringen, versuchen unzählige Verlage eine Unmenge Bücher erfolgreich zu platzieren – bei uns hat es einfach geklappt.


Hatten Sie während dem Schreiben von „Milchgeld“ schon Ideen für das zweite Buch?

Ja, sehr viele, das geht seitdem immer so.


Wie empfanden Sie das Schreiben? Mehr Arbeit als Vergnügen?

Es ist echte Arbeit, die Spaß macht.


Was war ihre Motivation einen Regional-/Allgäukrimi zu schreiben?

Wir haben keinen Regionalkrimi geschrieben. Wir wollten zunächst zusammen ein Buch schreiben. Da wir beide gern Krimis lesen, lag es auf der Hand, einen solchen zu verfassen. Dass dieser hier spielen muss, war evident: Wir sind hier aufgewachsen, haben gleichsam „ein Leben lang“ hier recherchiert.


Für welche Zielgruppe hatten Sie ihren Roman konzipiert?/ Wollten sie lediglich Publikum aus der näheren Umgebung als Leser gewinnen oder sollte der Roman auch überregional Bekanntheit erlangen können, bzw. verstanden werden?

Für uns war es wichtig, dass der Roman in deutscher Sprache erscheint, nicht im Dialekt. Es wäre vermessen, wenn wir damals, als „Nobodys“ angetreten wären mit dem Anspruch, national gelesen zu werden. Ein großer Erfolg kommt da nur alle heilige Zeit mal vor. Aber insgeheim hofft man es eben. Das ist vielleicht ein bisschen wie bei den Castingshows. Und so hatten wir natürlich für die Eventualität vorgebaut, dass uns eines Tages der Durchbruch gelingt. Zu Recht, wie sich herausgestellt hat. Wir haben hermetische Dialektpassagen in den Büchern vermieden, aber nicht nur wegen der potenziellen Zielgruppe, sondern vor allem, weil wir das selbst stilistisch nicht mögen.


Könnte man Kommissar Kluftinger als ‚Prototyp' des Allgäuers bezeichnen?

Wenn man der Ansicht wäre, dass es so etwas gibt, einen „Prototypen“ einer Region. Wir sind nicht dieser Ansicht. Wir glauben auch nicht, dass man den Seppelhosenträger als prototypischen Bayern sehen kann. Kluftinger ist eine fiktionale Figur, die natürlich, wie jeder Mensch, regional geprägt ist. Ein Prototyp ist er nicht.


Was ist für Sie der "typische Allgäuer"? Gibt es ihn überhaupt?

Es gibt ihn nicht. Vielleicht gibt es so etwas wie eine bestimmte Eigenart, die sich kulturell oder auch geographisch den Leuten, die in einer bestimmten Region leben, „aufzwängt“. Aber wir denken nicht, dass sich die Vorarlberger, die Tiroler, die südlichen Oberbayern und die Schweizer wirklich deutlich in ihrer Mentalität unterscheiden. Alle sind im weitesten Sinne „Bergbewohner“. In einem Gespräch hat Gerhard Polt Volker Klüpfel mal eine interessante Geschichte erzählt: Es ging um eine Familie, die früher aus dem Urlaub zurückkam. Als die Nachbarn besorgt fragten, was denn passiert sei, antworteten sie: Die Konservendosen sind uns ausgegangen. Typisch deutsch? Die Geschichte ist in Schweden passiert....


Was macht das Allgäu als Schauplatz für Kriminalfälle attraktiv?

Nicht mehr und nicht weniger als jeden anderen Landstrich. Wir halten es ganz allgemein für besser, ein Buch an einem Ort anzusiedeln, den der Autor kennt.


Wie viele Fortsetzungen sind absehbar?

???


Wie viel Zeit nahm/nimmt das Schreiben in Anspruch?

Alle Bücher haben etwa eineinhalb Jahre in Anspruch genommen.


Haben sie selbst Lieblingskrimis bzw. bevorzugen sie einen bestimmten Krimi-Schriftsteller?

Kobr: Simenon, Klüpfel: Mankell, Haas


Ist "Priml" ein original Allgäuer Ausdruck?

Nein. "Priml" haben wir erfunden. Kluftinger benutzt es immer dann, wenn er etwas eigentlich gar nicht prima findet. Priml ist übrigens auch steigerbar. Wenn etwas beispielsweise überhaupt ganz und gar nicht prima ist, ist es gleichsam "primulant".