Kulturpreis der Stadt Memmingen

Am 20. September 2008 wurde dem Autorenduo der Kulturpreis der Stadt Memmingen verliehen.

Die Auszeichnung wird gestiftet vom Einzelhandelsverband und der Werbegemeinschaft und ist die höchste kulturelle Ehre, die die Stadt Memmingen zu vergeben hat. Alle zwei Jaher wird der Preis an Künstler aus allen Berichen vergeben: Maler, Bildhauer, Musiker - und mit Klüpfel&Kobr erstmals auch an Schriftsteller.

 

Die Jurybegründung

Treffsicher und mit viel Detailreichtum entsteht in den Romanen von Volker Klüpfel und Michael Kobr eine packende Mischung aus spannender Kriminalgeschichte und liebevoller Alltagsschilderung.

Die spezifischen Eigenheiten der Region und die für das Krimi-Genre gültigen Gesetze von Spannung und Logik werden ideal kombiniert und mit komödiantischem Geschick, Intelligenz und Vitalität zueinander in Beziehung gesetzt.

Mit dem sympathisch-störrischen Kommissar Kluftinger ist den Autoren zudem ein eigenwilliger Charakter gelungen, der das Allgäu und seinen Menschenschlag für ein bundesweites Lesepublikum unverwechselbar gemacht hat.

Fotos von der Preisverleihung

Das schrieb die Memminger Zeitung über die Verleihung

Sensationelle Begabung

Von Volker Geyer, Memmingen

Wer schon einmal eine Lesung der beiden miterlebt hat, weiß, dass Volker Klüpfel und Michael Kobr offenbar nichts lieber tun, als sich gegenseitig auf den Arm zu nehmen. Das war – zur Freude der Zuhörer – am Samstagabend im Rathaus bei der Verleihung des Memminger Kulturpreises an das erfolgreiche Autoren-Duo freilich nicht anders. Nachdem sich die beiden Erfinder des Allgäuer Kommissars Kluftinger artig bei der Jury und dem Memminger Einzelhandel, der den mit 4000 Euro dotierten Kulturpreis stiftet, sowie bei allen, die sie in ihrem Schaffen unterstützen, bedankt hatten, ging’s ans Eingemachte. Sie dankten sich gegenseitig. Und zwar nach folgendem Modus: Jeder schrieb sich seine Dankesrede selbst auf den Leib, aber der andere musste sie vorlesen. So legte etwa Klüpfel seinem Freund Kobr in den Mund: „Volker, ich danke Dir, dass ich Deine Einfälle zu Papier bringen und Dir Kaffee kochen darf wie ein guter Praktikant.“ Im Gegenzug musste Klüpfel vorlesen: „Lieber Michi, danke für die zahllosen Stunden, die Du damit verbringst, meine Manuskripte zu verbessern.“ Das Ganze gipfelte schließlich bei beiden in dem Satz: „Ich bewundere Dich für Deine sprichwörtliche, legendäre, an Selbstverleugnung grenzende Bescheidenheit.“ Voller Stolz auf „ihre“ Krimi- Autoren hielt dagegen Lektorin Michaela Kenklies vom Piper-Verlag die Laudatio. Sie bescheinigte den Preisträgern eine „sensationelle dramaturgische Begabung, die in Deutschland seinesgleichen sucht“. Zudem hätten sie mit Kluftinger und den anderen Protagonisten ihrer Romane Figuren geschaffen, mit denen sich die Menschen identifizieren könnten: „Jeder ist ein bisschen Kluftinger.“ Für die Qualität der beiden heimischen Schriftsteller spreche nicht zuletzt, dass ihre bisherigen vier Werke insgesamt über eine Million Mal über die Ladentheke gingen. „Einfach schön“ Zu den Kluftinger-Fans gehört auch Mechthild Feldmeier, Vorsitzende des Memminger Einzelhandelsverbands. Für sie ist es „einfach schön“, dass das Allgäu durch die Romane von Klüpfel/Kobr „in die Welt hinausgetragen wird und so sympathisch rüberkommt“. Ins gleiche Horn stieß Memmingens Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger. Nach seinen Worten wird der Memminger Kulturpreis für „besondere Leistungen verliehen, die über die Stadt hinausgehen und in der Stadt erbracht wurden“. Nach Meinung der Jury haben sich Klüpfel und Kobr Verdienste um das Allgäu als Kultur- und Lebensraum erworben. Weiter heißt es in der Begründung für die Preisvergabe: „Die Autoren zeichnen ihren Helden und die Landschaft unverwechselbar, kauzig und detailgetreu und haben nicht nur den Nerv des Publikums getroffen, sondern auch die Kritik überzeugt.“

Auzüge aus der Laudatio von Lektorin Michaela Kenklies

Ich freue mich außerordentlich, als die Lektorin von Volker Klüpfel und Michael Kobr an dem heutigen Tag die Laudatio halten zu dürfen. In der Pressemeldung zum Memminger Kulturpreis von vor ein paar Wochen hieß es: über 700.000 verkaufte Exemplare - das darf bereits signifikant nach oben korrigiert werden: In den paar Wochen dazwischen ist die Verkaufszahl auf über l Million angestiegen, wir haben gestern erst im Piper Verlag in München mit den Autoren das gefeiert, und damit komme ich gleich zur ersten Frage:

Was hat denn der Verlag zu dem Erfolg beigetragen?

Kann ein Verlag überhaupt etwas dazu beitragen?

Außer natürlich Produktion, Cover, Gestaltung Layout und die gesamte Vertriebs- Marketing

und Pressearbeit, die ein Verlag immer leistet?

Ich kann aus meiner langjährigen Erfahrung nur sagen: Es wäre schön, wenn ein Verlag durch einen nur genug hohen Werbetat ein Buch ganz nach vorne auf die Bestsellerlisten bringen könnte.

Aber das ist, wie überall, nicht der Fall: Denn erst wenn das Buch zigtausendfach von den Lesern gekauft wird, dann kommt es auf die Bestsellerliste. Das ist ein ganz demokratischer Prozess, erst die Leser bestimmen, was ein Bestseller wird, und was nicht, und ich weiß, die Leser lassen sich durch aufwändige Werbekampagnen, die man ja in den Buchhandlungen immer sieht, nur peripher beeinflussen.

Das spricht natürlich für die Qualität der Romane der beiden Autoren. Denn erst, wenn es das Buch den ersten Käufern gefallen hat, dann empfehlen sie es weiter, kaufen noch eins, um es zu verschenken - da hilft eine Werbekampagne leider fast gar nichts.

Das gilt aber natürlich NUR für die Allgäuer Leser.

Für den verbleibenden kleinen Rest von Deutschland, Österreich und Schweiz, dort überall, wo die Bücher der beiden ihren Siegeszug durch die Buchhandlungen angetreten hat, gilt: DIE wären gerne so ein bißchen Kluftinger.

Sie dürfen nicht vergessen, Memmingen und das Allgäu ist eine der schönsten Regionen in Deutschland, ich behaupte, die schönste überhaupt, für jeden Kieler oder Lüneburger ist das hier ein echter Sehnsuchts-Ort, man sieht das ja auch am Tourismus ... Das ist ein ähnlicher Fall wie bei Donna Leon mit ihren Commissario Bruentti - im Fernsehen schaut man sich das an und denkt, ach, jetzt wäre ich gerne mittendrin im schönen Venedig und würde dem Kommissar helfen, - so ist es bei den Krimis von Volker Klüpfel und Michael Kobr, jeder, der in der Lüneburer Heide sitzt, wäre jetzt viel lieber im Allgäu, in Memmingen und würde Kluftinger gerne helfen.

Und umso mehr freue ich mich, daß Volker Klüpfel und Michael Kobr heute den Memminger Kulturpreis verliehen bekommen und dazu von mir und natürlich dem gesamten Piper Verlag: den herzlichsten Glückwunsch!